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Verordnung zum Schutzvor Neuinfizierungen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2
im Bereich der Betreuungsinfrastruktur
(Coronabetreuungsverordnung – CoronaBetrVO)
In der ab dem 16. September 2020 gültigen Fassung


§ 1
Schulische Gemeinschaftseinrichtungen
(1) Zur Verringerung von Infektionsrisiken bezogen auf das SARS-CoV-2-Virus sind die schulische
und – nach Zulassung durch den Schulträger – die außerschulische Nutzung von öffentlichen
Schulen, Ersatzschulen und Ergänzungsschulen im Sinne des Schulgesetzes NRW nur
nach Maßgabe der folgenden Absätze zulässig. Eine darüber hinausgehende Nutzung der Schulgebäude
ist unzulässig und das Betreten der Schulgebäude insoweit untersagt.
(2) Als schulische Nutzung gelten insbesondere
1. die mit dem Unterricht, vergleichbaren Schulveranstaltungen und der Betreuung von Schülerinnen
und Schülern (z.B. Ganztagsbetreuung, Schulbegleitung gemäß § 112 des Neunten
Buches Sozialgesetzbuch und § 35a des Achten Buches Sozialgesetzbuch),
2. mit der Schulmitwirkung,
3. im Zusammenhang mit der Aus- und Fortbildung sowie der Einstellung von Lehr- und Betreuungspersonen
sowie
4. zur Aufrechterhaltung des Schulbetriebs (Sekretariat, Instandhaltung und Gebäudereinigung)
verbundenen Tätigkeiten.
(3) Alle Personen, die sich im Rahmen der schulischen Nutzung in einem Schulgebäude oder
auf einem Schulgrundstück aufhalten, sind verpflichtet, eine Mund-Nase-Bedeckung zu tragen.
Dies gilt nicht
1. für Schülerinnen und Schüler, während sie im Unterrichtsraum auf ihren Sitzplätzen sitzen,
oder in Pausenzeiten bei der Aufnahme von Speisen und Getränken; soweit sie beim Trinken
oder Essen nicht auf ihren Sitzplätzen sitzen, ist ein Mindestabstand von 1,5 Metern zu anderen
Personen einzuhalten;
2. für Lehrkräfte, Betreuungskräfte und sonstiges Personal, wenn ein Mindestabstand von 1,5
Metern zu den anderen Personen im Raum eingehalten wird; bei Konferenzen, Besprechungen
und auf Sitzplätzen im Lehrerzimmer kann auf den Mindestabstand verzichtet werden,
wenn die besondere Rückverfolgbarkeit nach § 2a Absatz 2 der Coronaschutzverordnung
durch feste Sitzplätze und einen Sitzplan sichergestellt ist;
3. an den Sitzplätzen in Schulmensen; hier gilt § 14 Absatz 2 der Coronaschutzverordnung;
4. für Schülerinnen und Schüler, die an Angeboten der Ganztagsbetreuung teilnehmen, innerhalb
der Betreuungsräume und in definierten Bereichen des Außengeländes, wenn die Betreuung
in festen Betreuungsgruppen erfolgt und eine gemeinsame Nutzung der jeweiligen
Bereiche durch Mitglieder mehrerer Betreuungsgruppen ohne das Tragen einer Mund-Nase-
Bedeckung ausgeschlossen wird;
5. für die Mitglieder der Schulmitwirkungsgremien, wenn ein Mindestabstand von 1,5 Metern
zu den anderen Personen im Raum eingehalten wird; auf den Mindestabstand kann verzichtet
werden, wenn die besondere Rückverfolgbarkeit nach § 2a Absatz 2 der Coronaschutzverordnung
durch feste Sitzplätze und einen Sitzplan sichergestellt ist.
Das Nähere regelt das Ministerium für Schule und Bildung.
(4) Die Schulleiterin oder der Schulleiter kann aus medizinischen Gründen von der Pflicht nach
Absatz 3 Satz 1 befreien. Die Gründe sind auf Verlangen nachzuweisen; die Regeln über den
Mindestabstand gelten entsprechend.
(5) Für jede schulische Nutzung im Sinne des Absatzes 2 sind die Namen der Personen verlässlich
zu dokumentieren, die daran teilgenommen haben. In den Räumen für den Unterricht und
andere schulische Angebote soll mit Ausnahme von Ganztags- und Betreuungsangeboten für
alle Klassen, Kurse und Lerngruppen darüber hinaus eine feste Sitzordnung eingehalten und
dokumentiert werden. Die Dokumentationen nach den Sätzen 1 und 2 sind zur Rückverfolgbarkeit
vier Wochen lang aufzubewahren.
(6) Für Schulveranstaltungen unter Beteiligung außerschulischer Personen (Elternabende, Tage
der offenen Tür, Schulfeste) gilt Absatz 3 Satz 1 entsprechend. Im Übrigen sind sie nur nach
Maßgabe der veranstaltungsbezogenen besonderen Regelungen der Coronaschutzverordnung
zulässig, soweit das Ministerium für Schule und Bildung keine weiteren Einschränkungen erlässt.
(7) Über eine außerschulische Nutzung der Schulgebäude entscheidet der Schulträger in Abstimmung
mit der Schulleitung auf Grundlage der Coronaschutzverordnung. Eine außerschulische
Nutzung zur Vorbereitung und Durchführung von Wahlen ist dabei generell zuzulassen.
Die Auswirkungen einer solchen Nutzung für die Einhaltung der schulischen Hygiene sind im
Hygieneplan der Schule (§ 36 des Infektionsschutzgesetzes) zu dokumentieren. Alle Personen,
die sich im Rahmen einer außerschulischen Nutzung in einem Schulgebäude oder auf einem
Schulgrundstück aufhalten, sind verpflichtet, eine Mund-Nase-Bedeckung zu tragen. Die
Pflicht zum Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung in den Unterrichts- und Funktionsräumen
bzw. den Sportanlagen usw. richtet sich nach den Regelungen der Coronaschutzverordnung für
die jeweiligen Veranstaltungen, Tätigkeiten und Angebote. Der Schulträger kann weitere Nutzungsregelungen
vorgeben.
(8) Die Reinigung der Schulräume erfolgt regelmäßig und falls erforderlich mit kürzeren Abständen
als im Normalbetrieb. Schultoiletten sind unter Berücksichtigung des Infektionsschutzes
angemessen auszustatten (Seife, Einmalhandtücher). Wenn die Kapazität der Schultoiletten
nicht ausreicht, um den Schülerinnen und Schülern eine regelmäßige Handygiene ohne unangemessene
Wartezeiten zu ermöglichen, sind zusätzlich Handdesinfektionsspender bereitzustellen.
Absatz 3 Satz 3 gilt entsprechend.
(9) Wenn die nach Landesrecht für Maßnahmen gemäß § 28 des Infektionsschutzgesetzes zuständige
Behörde die nicht nur vorübergehende Schließung einer oder mehrerer Schulen anordnet,
kann die obere Schulaufsichtsbehörde die Vor-Ort-Betreuung (Notbetreuung) von Schülerinnen
und Schülern, in der Regel der Jahrgangsstufen 1 bis 6, mit besonderem Betreuungsbedarf
im Sinne von § 3 Absatz 1 in den Schulräumlichkeiten einrichten. Das Nähere regelt das
Ministerium für Schule und Bildung.
(10) Zulässig ist auch die Vor-Ort-Betreuung (Notbetreuung) von Schülerinnen und Schülern
der jeweiligen Schule, wenn wegen einer Kindeswohlgefährdung die Aufnahme in die Vor-OrtBetreuung
als Folge einer familiengerichtlichen Entscheidung oder im Rahmen von Maßnahmen
oder Schutzplänen nach § 8a des Achten Buches Sozialgesetzbuch erforderlich ist. Die
Aufnahme in die Vor-Ort-Betreuung kann auch erforderlich sein, wenn die Schülerin oder der
Schüler im regelhaften Schulbetrieb als Folge einer Entscheidung nach den §§ 27 ff. des Achten
Buches Sozialgesetzbuch am Offenen Ganztag teilnimmt. Das Jugendamt hat vorrangig zu prüfen,
ob das Kindeswohl auch mit anderen verfügbaren Maßnahmen gewährleistet werden kann.
Die Entscheidung über die Notwendigkeit der Aufnahme in die Vor-Ort-Betreuung ist von der
Jugendamtsleitung oder einer von ihr benannten Person zu treffen und zu dokumentieren; die
Notwendigkeit der Aufnahme ist der Schulleitung schriftlich zu bestätigen. Die Schulleitung
kann die Aufnahme nur ablehnen, wenn andernfalls die Durchführung der Vor- Ort-Betreuung
insgesamt gefährdet wäre; sie beteiligt das Jugendamt und die Schulaufsicht.
§ 2
Kindertageseinrichtungen, Kindertagespflegestellen,
Heilpädagogische Kindertageseinrichtungen
(1) Zur Verringerung von Infektionsrisiken in Bezug auf das SARS-CoV-2-Virus haben Kindertageseinrichtungen,
Kindertagespflegestellen, heilpädagogische Kindertageseinrichtungen
und Gruppen sowie Angebote der Kinderbetreuung in besonderen Fällen (Brückenprojekte)
im Rahmen des Regelbetriebes geeignete Vorkehrungen zur Hygiene, zur Gewährleistung eines
Mindestabstands von 1,5 Metern zwischen erwachsenen Personen und zur Rückverfolgbarkeit
nach § 2a Absatz 1 der Coronaschutzverordnung sicherzustellen. Kann der Mindestabstand
zwischen erwachsenen Personen, insbesondere beim Betreten und Verlassen der Betreuungsangebote,
nicht eingehalten werden, ist eine Mund-Nase-Bedeckung (§ 2 Absatz 2 und 3
der Coronaschutzverordnung), außer zum Beispiel zur Einnahme von Speisen und Getränken,
zu tragen.
(2) Die vom Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-
Westfalen veröffentlichten Empfehlungen für die Kindertagesbetreuung im Regelbetrieb
in Zeiten der Pandemie können sinngemäß auch für heilpädagogische Gruppen und Einrichtungen
angewendet werden. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass die Vorgaben des Kinderbildungsgesetzes
auf heilpädagogische Einrichtungen keine Anwendung finden.
§ 3
Besondere Betreuungsbedarfe
(1) Besonders betreuungsbedürftig im Sinne von § 1 Absatz 9 ist, wer der Personensorge
1. mindestens einer Person unterliegt, die in einem der Tätigkeitsbereiche für eine erweiterte
Notbetreuung nach Maßgabe der Anlage zu dieser Verordnung beschäftigt und in diesem
Tätigkeitsbereich unabkömmlich ist,
2. einer alleinerziehenden Person unterliegt, die einer Erwerbstätigkeit nachgeht oder sich im
Rahmen einer Schulausbildung an einer öffentlichen Schule, Ersatzschule oder Ergänzungsschule
im Sinne von § 1 Absatz 1 oder im Rahmen einer Hochschulausbildung in einer Abschlussprüfung
befindet,
sofern eine private Betreuung nicht anderweitig verantwortungsvoll – unter Berücksichtigung
der Empfehlungen des Robert Koch-Instituts – organisiert werden kann.
(2) Kinder mit besonderem Betreuungsbedarf nach Absatz 1 sollen betreut werden. Die Entscheidung
zur Aufnahme in der Schule treffen die Leitungen der jeweiligen Einrichtungen. Es
gelten die bestehenden rechtlichen Zuständigkeiten.
(3) Zwingende Voraussetzungen der Entscheidung nach Absatz 2 sind in den Fällen von Absatz
1 Nummer 1:
1. der Nachweis, dass mindestens eine personensorgeberechtigte Person nicht in der Lage ist,
die Betreuung zu übernehmen, weil sie in einem in der Anlage zu der Verordnung genannten
Bereich tätig ist,
2. die Eigenerklärung, dass eine private Betreuung nicht anderweitig verantwortungsvoll – unter
Berücksichtigung der Empfehlungen des Robert Koch-Instituts – organisiert werden kann,
und
3. die schriftliche Erklärung des jeweiligen Arbeitgebers, dass die Präsenz dieser personensorgeberechtigten
Person am Arbeitsplatz für das Funktionieren der jeweiligen Betriebe und
Einrichtungen nach Maßgabe der Anlage zu dieser Verordnung zwingend notwendig ist (Unabkömmlichkeit);
steht die Person nicht in einem Verhältnis abhängiger Beschäftigung
(Selbstständige), wird der vorgenannte Nachweis durch eine entsprechende Eigenerklärung
ersetzt.
(4) Zwingende Voraussetzungen der Entscheidung nach Absatz 2 sind in den Fällen von Absatz
1 Nummer 2:
1. bei einer Erwerbstätigkeit der schriftliche Nachweis des Arbeitgebers zu Umfang und Lage
der Arbeitszeiten bzw. bei Selbstständigen eine entsprechende Eigenerklärung oder bei einer
(Hoch-)Schulausbildung der schriftliche Nachweis der Schule oder Hochschule und
2. die Eigenerklärung der alleinerziehenden Person, dass eine private Betreuung nicht anderweitig
verantwortungsvoll – unter Berücksichtigung der Empfehlungen des Robert Koch-
Instituts – organisiert werden kann.
§ 4
Tages- und Nachtpflegeeinrichtungen
(1) Tages- und Nachtpflegeeinrichtungen im Sinne des Elften Buches Sozialgesetzbuch haben
unter Beteiligung der Nutzer beziehungsweise deren rechtliche Betreuer die erforderlichen
Maßnahmen zu ergreifen, um den Eintrag von SARS-CoV-2-Viren zu erschweren sowie Nutzer,
Personal und sonstige leistungserbringende Personen zu schützen.
(2) Ab dem 8. Juni 2020 ist ein Betrieb der unter Absatz 1 genannten Einrichtungen auf der
Basis eines einrichtungsbezogenen Hygiene- und Infektionsschutzkonzepts zulässig. Hierzu
erarbeiten die Einrichtungen auf der Grundlage der Empfehlungen und Richtlinien des Robert
Koch-Instituts ein entsprechendes Konzept.
(3) Zur Vermeidung von Infektionsgefahren muss bei der Nutzung der Einrichtungen nach
Absatz 1 seitens der Einrichtung insbesondere Folgendes sichergestellt sein:
1. Während der Nutzung ist darauf hinzuwirken, dass ein grundsätzlicher Abstand von mindestens
1,5 Metern zwischen den Nutzern eingehalten wird. Die Einrichtung kann dazu die
vertraglich vereinbarten Nutzungszeiten angemessen verringern. Von einer möglichen Kürzung
der vertraglich vereinbarten Nutzungszeiten auszunehmen sind Nutzer, die im eigenen
häuslichen Umfeld untergebracht sind und deren Betreuungs- oder Pflegeperson zum Personal
eines der in Anlage zu dieser Verordnung genannten Bereiche gehört, wenn diese Betreuungs-
oder Pflegeperson in ihrem jeweiligen Tätigkeitsbereich unabkömmlich ist und
eine private Betreuung insbesondere durch Familienangehörige oder die Ermöglichung flexibler
Arbeitszeiten und Arbeitsgestaltung (z.B. Home-Office) nicht gewährleistet werden
kann.
2. Bei den Nutzern, dem Personal und sonstigen leistungserbringenden Personen ist zu Beginn
jedes Nutzungstages ein schriftliches Kurzscreening durchzuführen (Erkältungssymptome,
SARS-CoV-2-Infektion, Kontakt mit infizierten Personen oder Kontaktpersonen gemäß der
jeweils aktuellen Richtlinie des Robert Koch-Instituts).
3. Die Einrichtungsleitung hat Nutzern den Zutritt zu untersagen, wenn eine SARS-CoV-2-
Infektion festgestellt wurde und noch keine Gesundung erfolgt ist, Symptome einer SARSCoV-
2-Infektion bestehen oder Kontakt mit infizierten Personen oder Kontaktpersonen gemäß
der jeweils aktuellen Richtlinie des Robert Koch-Instituts bestanden hat.
4. Die Nutzer und gegebenenfalls ihre rechtlichen Betreuer sind mindestens durch Aushang
über die aktuellen Hygienevorgaben (Schutzausrüstung, Niesetikette, Abstandsgebot usw.)
zu informieren. Die Einrichtungsleitung hat darauf zu achten, dass diese eingehalten werden.
5. Es ist ein Nutzerregister zu führen, in dem der Name des Nutzers, das Datum und die Uhrzeiten
der Nutzung einschließlich des Einverständnisses zur Ermöglichung einer Kontaktnachverfolgung
zu erfassen sind. Die Leitung der Einrichtung hat das Register unter Wahrung
der Vertraulichkeit gesichert für 4 Wochen aufzubewahren und anschließend sicher zu
vernichten.
6. Sofern bei einem Nutzer innerhalb der letzten 14 Tage eine Entlassung aus einer stationären
Krankenhausbehandlung, Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtung erfolgt ist, kann eine
Nutzung der Tages- und Nachtpflegeeinrichtung nur erfolgen, wenn durch Testung mit negativem
Ergebnis eine SARS-CoV-2-Infektion mit hoher Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen
werden kann.
7. Sofern eine Nutzung durch eine Person erfolgt ist, die mit dem SARS-CoV-2-Virus infiziert
ist oder Kontakt mit infizierten Personen oder Kontaktpersonen gemäß der jeweils aktuellen
Richtlinie des Robert Koch-Instituts hatte, ist durch die Einrichtungsleitung unverzüglich
die für den Infektionsschutz zuständige Behörde zu informieren. Diese hat dann im
Rahmen der Kontaktnachverfolgung nach den jeweils aktuellen Empfehlungen des Robert
Koch-Instituts Testungen zu veranlassen. Reihentestungen sollen nach Ermessen der zuständigen
unteren Gesundheitsbehörde durchgeführt werden. Abhängig vom Ergebnis kann
durch die örtliche Ordnungsbehörde ein zeitweises Betretungsverbot für die gesamte Tagesund
Nachtpflegeeinrichtung verfügt werden.
(4) Sofern erforderlich, ist ein Transport für den Hin- und Rückweg durch die Einrichtung sicherzustellen,
der die derzeit besonderen Risiken durch eine Infektion mit dem Coronavirus
SARS-CoV-2 berücksichtigt.
(5) Zuständige Behörde für die Überwachung der in den Absätzen 1 bis 4 enthaltenen Regelungen
ist im Rahmen der Überprüfung der Einhaltung der Verpflichtung nach § 4 Absatz 4
Wohn- und Teilhabegesetz die nach dem Wohn- und Teilhabegesetz zuständige Behörde in
Kooperation mit der unteren Gesundheitsbehörde. Der nach dem Wohn- und Teilhabegesetz
zuständigen Behörde ist spätestens bis zum 7. Juni 2020 das Konzept nach Absatz 2 zur
Kenntnis zu geben.
§ 4a
Tagesstrukturierende Einrichtungen, Werkstätten für behinderte Menschen,
Einrichtungen der beruflichen Rehabilitation
(1) Tagesstrukturierende Einrichtungen der Eingliederungshilfe oder vergleichbare Angebote,
Werkstätten für behinderte Menschen sowie Einrichtungen der beruflichen Rehabilitation dürfen
ihre Leistungen nur als Vor-Ort-Betrieb erbringen, wenn die räumlichen, personellen und
hygienischen Voraussetzungen vorliegen, um die jeweils aktuell geltenden Richtlinien und
Empfehlungen des Robert Koch-Instituts und der Arbeitsschutzstandards unter besonderer
Berücksichtigung der Risiken des zu betreuenden Personenkreises umzusetzen.
(2) Leistungsberechtigten der in Absatz 1 genannten Einrichtungen ist der Zutritt zu den Einrichtungen
durch die Leitung der Einrichtung zu untersagen, wenn bei ihnen trotz individuell
angemessener Unterweisung die zum Infektionsschutz erforderlichen Hygienevorgaben nicht
eingehalten werden können. Dies gilt nicht für Personen, deren pflegerische oder soziale Betreuung
ohne die Nutzung der in Absatz 1 genannten Einrichtungen nicht sichergestellt ist.
Für diese ist eine Notbetreuung jenseits der normalen Angebote der Einrichtung sicherzustellen.
(3) Bei der Öffnung der in Absatz 1 genannten Angebote nach der Schließung ist eine schrittweise
Aufnahme von Nutzerinnen und Nutzern zu gewährleisten, um die erfolgreiche Umsetzung
der Hygiene- und Infektionsschutzregelungen nicht zu gefährden. Begleitend hierzu sind
von den Einrichtungen unter Beteiligung von Interessenvertretungen von Menschen mit Behinderungen
Öffnungskonzepte inklusive Hygienerichtlinien zu erstellen, die den örtlichen
Gesundheitsbehörden sowie bei Eingliederungshilfeeinrichtungen dem Träger der Eingliederungshilfe
vorzulegen sind. Bei der schrittweisen Aufnahme von Nutzerinnen und Nutzer sind
vom jeweiligen Anbieter unter Einbeziehung der Leistungsberechtigten die negativen Folgen
bei einer unterbleibenden Wiederaufnahme, ein ggf. verbleibendes Infektionsrisiko und mögliche
begründete Infektionsängste zu berücksichtigen.
§ 4b
Angebote nach der Anerkennungs- und Förderungsverordnung
und Frühförderung nach SGB IX
(1) Betreuungsgruppen, die als Angebote zur Unterstützung im Alltag im Sinne der Anerkennungs-
und Förderungsverordnung anerkannt wurden, haben die erforderlichen Schutzmaßnahmen
zu ergreifen, um den Eintrag von SARS-CoV-2-Viren zu erschweren sowie Nutzer
und leistungserbringende Personen zu schützen. Dem Angebot ist ein Infektionsschutz- und
Hygienekonzept zugrunde zu legen, das den Anerkennungsbehörden im Sinne der Anerkennungs-
und Förderungsverordnung zur Kenntnis zu geben ist. Die jeweils aktuell geltenden
Empfehlungen und Richtlinien des Robert Koch-Instituts sind zu beachten. Der Anbieter stellt
sicher, dass die leistungserbringenden Personen angemessen unterwiesen sind in Bezug auf
die Beachtung und praktische Umsetzung der Schutzmaßnahmen. § 4 Absatz 3 bis 5 gilt entsprechend.
(2) Interdisziplinäre oder heilpädagogische Frühförderstellen, heilpädagogische Praxen und
Autismuszentren können neben Einzelfördermaßnahmen auch Gruppenfördermaßnahmen unter
Beachtung der jeweils aktuell geltenden Empfehlungen und Richtlinien des Robert Koch-
Instituts erbringen.
§ 5
Vorrang, Inkrafttreten, Außerkrafttreten
(1) Die Bestimmungen dieser Verordnung gehen widersprechenden und inhaltsgleichen Allgemeinverfügungen
der nach dem Landesrecht für Schutzmaßnahmen nach § 28 Absatz 1 des
Infektionsschutzgesetzes zuständigen Behörden vor. Unbeschadet davon bleiben die nach dem
Landesrecht für Schutzmaßnahmen nach § 28 Absatz 1 des Infektionsschutzgesetzes zuständigen
Behörden befugt, im Einzelfall auch von dieser Verordnung abweichende Anordnungen zu
treffen.
(2) Diese Verordnung tritt am Tag nach der Verkündung in Kraft und mit Ablauf des 30. September
2020 außer Kraft.