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Coronavirus - Was rät ein Schulpsychologe?

"Eltern sollten die Fragen ihrer Kindern ernst nehmen und kindgerechte Erklärungen geben."

 (© KerkezPhotography.com/istock fotos )

(© KerkezPhotography.com/istock fotos )

Thomas Gödde ist Leiter der Landesstelle Schulpsychologie und Schulpsychologisches Krisenmanagement in der Schulabteilung der Bezirksregierung Arnsberg. Im Interview erklärt er, was Eltern zum Abbau von Ängsten Ihrer Kinder angesichts des Coronavirus beitragen und an wen sie sich bei Fragen wenden können.

Herr Gödde, Angst ist kein guter Ratgeber, sagt der Volksmund. Sind die jetzigen Maßnahmen wie Aussetzen des Unterrichtsbetriebes nicht übertrieben?

Thomas Gödde: Angst ist kein guter Ratgeber, aber Furcht sehr wohl. Wir reagieren ja nicht auf eine diffuse Bedrohung, sondern auf eine sehr konkrete Gefahr, der wir aber durch sinnvolle Maßnahmen begegnen können. Führende Experten sagen, dass es wichtig ist, sehr früh und sehr radikal die Infektionsketten für eine Zeit von mindestens 4 Wochen zu unterbinden. Das wirkt sich dann insgesamt positiv aus, auch wenn danach die Maßnahmenschrittweise gelockert werden. Aus einem hohen steilen Berg wird ein breiter flacher Hügel. Für den Berg fehlt uns die Ausrüstung, für den Hügel nicht.

 (© Thomas Gödde)

(© Thomas Gödde)

Wenn der Schulalltag ruht, kann das nicht bei Schülerinnen und Schülern das Gefühl von Unsicherheit erhöhen?

Thomas Gödde: Nicht, wenn die Maßnahmen gut erklärt werden. Das wird Ängste sogar reduzieren, da ja gehandelt wird und diese Handlungen sinnvoll sind. Das kommt auch bei Kindern an, wenn es kindgerecht passiert. Das o.g. Beispiel vom Berg und Hügel verstehen auch Kinder. Deswegen ist es nun wichtig, dass Lehrkräfte und Eltern sich Ihrer Rolle als Vorbild bewusst sind. Sie sollten die Fragen von Kindern ernst nehmen und auch ohne Fragen aktiv kindgerechte Erklärungen geben. Gute kindgerechte Erklärungen finden Sie beispielsweiese auf einer Kinderseite des ZDF.

Wie sollen Eltern mit ihren Kindern in der nächsten Zeit umgehen?

Thomas Gödde: Die Mischung aus angemessener Ernsthaftigkeit und begründeter Zuversicht in die aktuellen Maßnahmen ist wichtig und die sollte nicht nur mit Worten, sondern auch nonverbal ausgestrahlt werden. Es gibt eine sehr gute Information des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe mit sehr konkreten Tipps für Eltern, wie man den Umgang miteinander und im häuslichen Umfeld in diesen Zeiten gut und sinnvoll gestalten kann

An wen können sich Eltern, Schüler und Lehrkräfte wenden, wenn sie konkrete Fragen haben, z.B. zu Prüfungen, zu möglichen Ängsten oder auch zu Schulproblemen, denn diese sind ja durch eine Schulschließung nicht ausgesetzt?

Je nach schulischer Fragestellung können sie sich an die Schule selbst, die Schulämter oder Schulabteilungen der Bezirksregierungen wenden. Dort finden sie sowohl Ansprechpartner, die sie telefonisch beraten aber auch die Webseiten werden mit Informationen ständig aktualisiert. Das Ministerium für Schule und Bildung NRW hat auf seiner Internetseite alle wichtigen Informationen zusammengefasst. Dort finden Sie auch die Nummer einer Hotline.

Die Beratungsstellen für Eltern, Kinder und Jugendliche und die Schulpsychologischen Beratungsstellen werden weiterhin unterstützen. In jedem Fall empfiehlt es sich, zunächst telefonisch nachzufragen, wie denn vor Ort die Beratung gestaltet werden kann, ob per Telefon, ggf. sogar per Videokonferenz oder face-to-face und welche Schutzmaßnahmen dann vor Ort gelten.