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30.04. bis 03.05.2 20

Tage 46 bis 48

 

Liebe Kinder und liebe Eltern,

nun habe ich mich mehrere Tage nicht gemeldet. Das liegt nicht daran, dass gar nichts passiert ist. Es ist im Gegenteil zu viel passiert. Aber der Reihe nach.

Am Mittwoch saß ich in meinem Büro und Frau Koß war gerade fertig mit den letzten Hinweisschildern. Diese Schilder waren für die neuen Eingänge, für die Unterrichtsräume der Gruppen der Klassen 4, für die Aufstellplätze, für die Gruppen der Notbetreuung und so weiter. Frau Sadrzich, Frau Anslinger und Frau Koß hatten alles ausgedruckt und laminiert. Wir überlegten also gerade, an welche Stelle die verschiedenen Schilder gehängt werden müssen und wie wir sie am besten befestigen. Im Hinterkopf hatte ich auch schon einen groben Plan, wie wir die Klassen 3 nach kurzer Zeit auch hätten beschulen können. In diesem Moment las ich die Schulmail 17. Darin stand, dass nun alles ganz anders wird, als von uns vorbereitet. Die wichtigsten Veränderungen besagten, dass zwar am kommenden Donnerstag und Freitag die Viertklässler kommen sollten, aber ab Montag, den 11.05. dann alle anderen Klassen auch, dafür jede Klassenstufe einen Tag in der Woche. Dabei dürfen die Jahrgangsstufen nicht an einem Tag kommen und die Gruppen müssen so klein sein, dass die Tische mit 1,5m Abstand gestellt werden können. Es stand noch eine Menge mehr in der Mail, aber das war erstmal nicht so wichtig.

Dann saß ich doch mächtig verzweifelt an meinem Computer und habe mich gefragt, wie wir das hinbekommen sollen. Das wichtigste dabei ist natürlich, dass wir Euch Kindern so viel Platz verschaffen, dass Ihr die Hygieneregeln auch gut einhalten und wir alle Abstand voneinander halten können. Zum einen müssen wir das, weil es so vorgeschrieben ist, zum anderen wollen wir das, weil wir möchten, dass alle Kinder und auch Lehrer, Erzieher und alle anderen Mitarbeiter an der Schule gesund bleiben. Wie Sie und Ihr vielleicht wisst, dürfen gar nicht alle Lehrer mit den Kindern arbeiten und es sind zu viele Kinder in einer Klasse, um sie alle gelichzeitig unterrichten zu können. Das wird eine Mammutaufgabe!

Daher brauchte ich dann erstmal eine Pause und viel Zeit zum Nachdenken. Zu Hause angekommen habe ich dann noch im Internet viele Kommentare gelesen und die Mail nochmal gründlich. Dann habe ich die Pressekonferenz der Bundeskanzlerin gesehen, die gar nicht zu der Mail passte. Nachfolgend habe ich dann die Pressekonferenz des Ministerpräsidenten von NRW, Herrn Laschet, verfolgt und zwischen 22 Uhr und 23 Uhr noch eine "korrigierende" Mail des Ministeriums gelesen, in der stand, dass diese Planungen erst gelten, wenn am 6. Mai die Verbreitungszahlen des Coronavirus stabil niedrig sind.

Danach konnte ich nicht mehr denken!

Am Freitag gab es dann noch eine 18. Schulmail zu den gesetzlichen Grundlagen und die 17.Schulmail in korrigierter Fassung. Meine Schulleitungskollegen, mit denen ich gesprochen oder geschrieben habe und mein Lehrerkollegium sind fassungslos über die Vorgänge in NRW. Unsere Schule ist längst sauber (so gut es geht), darum geht es nicht. Die Bedingungen an unserem Standort für eine Beschulung auf Abstand sind denkbar schlecht. Ehrlicherweise sind sie das aber an allen Grundschulen, denn Ihr und Sie wissen, wie schwer es manchmal mit der Einhaltung der normalen Schulregeln ist. Jetzt sollen die Kinder auch noch 1,5m Abstand zueinander halten. Immer! Unter fehlenden Eckdaten und solch verwirrenden Angaben  zu planen, sich vorzubereiten, ist fast unmöglich. Auch jetzt haben wir wenig konkrete Handlungsanweisungen, wie wir das alles in unserem konkreten Fall organisieren können. Viele Fragen bleiben offen.

Was heißt das für Euch und für Sie? Wir werden am Montag mit den "neuen" Planungen beginnen und versuchen ein Konzept für die Zeit ab dem 11.05. zu erstellen. Da wir aber erst am 6. Mai erfahren, ob wir am 7. und dann 11.5. starten, können wir Euch und Ihnen erst danach Bescheid geben, wie es weitergeht.

Ich war wirklich etwas ratlos...

Dann hat mich gestern das gesamte Kollegium mit einer "bildlichen" Botschaft überrascht, über die ich mich so sehr gefreut habe:

"Gemeinsam schaffen wir das!"

Und so ist es! Ich allein oder ein Lehrer allein kann das nicht schaffen. Doch wir sind eine Gemeinschaft und werden für Euch Kinder eine Lösung finden, wie wir diese Zeit gut organisieren können. Es ist wie im Sportunterricht, wo es auch nicht ein Kind alleine schafft, die schweren Turnmatten oder Bänke zu tragen. Wenn aber alle zupacken, ist der Sportparcours schnell aufgebaut.

Liebe Eltern und Kinder, natürlich schmieden wir in unseren Hinterköpfen auch Pläne, wie wir unter Wahrung der Hygieneregeln eine Abschiedsfeier für die Klassen 4 organisieren können. Sogar über die Einschulung denken wir schon ein bisschen nach...

Der Regen der vergangenen Tage hat der Natur etwas Erleichterung verschafft, mit hat mein Kollegium Last genommen und mit unserem Tun in der Schule versuchen wir auch Euch und Ihnen für ein paar Stunden Abwechslung und Erleichterung zu bringen.

Liebe Kinder, denkt dran und achten Sie, liebe Eltern, darauf, dass bei allen Erleichterungen der Gedanke an die Gesundheit aller nicht verloren geht: Abstand halten! In die Armbeuge husten und niesen! Hände regelmäßig, mindesten 30 Sekunden, mit Seife waschen! Mund-Nasenbedeckung tragen!

Schützen wir uns alle gegenseitig!

 

Herzliche Grüße

Frau Boots